Die erste Organisation zieht ein
Bisher war ein mana-Konto immer eine einzelne Person. Diese Woche kommt die Organisation dazu: Auf org.mana.how kann ein Verein, eine Gemeinde oder eine Firma sich gründen, Leute einladen und gemeinsame Vorgaben setzen — Memoro ist die erste App, die das versteht. Wir haben dabei bewusst eine Bremse eingebaut: Eine Organisation darf nicht alles vorschreiben, was sie will. Daneben lief viel: 3D-Scans aus dem Wohnzimmer, das Profilbild-Studio und eine Infrastruktur-Aufräumwoche.
Worum es geht
Ein mana-Konto war bis jetzt immer eine Person. Diese Woche lernt die Plattform einen zweiten Begriff: die Organisation. Der Auslöser ist konkret — eine erste Organisation will mana nutzen, aber nicht als Sammlung von Privatkonten, sondern als Institution mit Mitgliedern und gemeinsamen Regeln.
Das klingt nach einem kleinen Datenmodell-Detail, ist aber der Punkt, an dem sich Datensouveränität zum ersten Mal nicht für eine einzelne Person beweisen muss, sondern für eine Gruppe. Wer trägt die Verantwortung für die Daten? Wer darf was vorschreiben? Und was darf eine Organisation den eigenen Mitgliedern nicht aufzwingen? Genau darum dreht sich diese Woche.
Eine Organisation gründen
Auf org.mana.how (eine eigene, zustandslose Konsole) läuft jetzt der
ganze Weg in vier Etappen:
- Gründen. Eine Organisation anlegen, mit einem Klick-Through durch den Auftragsverarbeitungs-Vertrag (AVV). Das ist die rechtliche Grundlage dafür, dass der Verein Daten im Auftrag der Organisation verarbeitet — kein Beiwerk, sondern Bedingung.
- Einladen. Mitglieder einladen, ihr Beitritt ist an einen klaren Zustimmungs-Screen gebunden. Wer beitritt, sieht vorher, worauf er sich einlässt.
- Vorgaben setzen. Die Organisation kann gemeinsame Einstellungen mitgeben — dazu gleich mehr, denn hier sitzt die bewusste Bremse.
- Nutzen. Memoro versteht als erste App Organisations- Mitgliedschaften und Org-Rezepte. Eine App, nicht alle — der Anfang.
Wichtig und ehrlich gesagt: Das Gründen ist vorerst mit einem Tier-Gate versperrt, bis der AVV juristisch geprüft ist. Wir lassen den Vertrag nicht durchklicken, solange wir ihn nicht selbst geprüft in der Hand haben. Lieber eine Tür, die noch zu ist, als eine, die ein Versprechen nicht hält.
Gemeinsame Vorgaben — mit eingebauter Bremse
Der heikle Teil. Eine Organisation, die ihren Mitgliedern beliebige Einstellungen aufzwingen darf, ist genau das, wovor wir Menschen schützen wollen — nur eine Ebene höher. Deshalb gibt es zwei Stufen, und die zweite ist absichtlich eng:
- Vorschlag (default). Die Organisation setzt eine Voreinstellung, das Mitglied kann sie ändern. Bequemlichkeit, kein Zwang.
- Erzwungen (enforced). Die Organisation legt eine Einstellung fest, das Mitglied kann sie nicht überschreiben. Und genau hier zieht die Bremse: Erzwingen geht nur für eine kurze Allowlist — heute ausschließlich die maximale Aufbewahrungsdauer von Inhalten. Alles andere kann eine Organisation vorschlagen, aber nicht diktieren.
Dazu kommt Sichtbarkeit statt Stille: Wird eine erzwungene Vorgabe
geändert, bekommen die Mitglieder eine Mail, und eine eigene Seite
(/meine-vorgaben) zeigt jedem transparent, was die eigene
Organisation vorgegeben hat. Eine Vorgabe, die man nicht sieht, ist
keine Vorgabe, sondern eine Falle.
Der Trade-off ist benannt, nicht versteckt: Organisationen hätten gern mehr Kontrolle, und für manche Einsatzzwecke wäre das auch praktisch. Wir geben sie bewusst nicht — die Allowlist wächst nur, wenn ein Zwang sich gegenüber der Selbstbestimmung der Mitglieder rechtfertigen lässt.
Was daneben lief
Eine Woche ist mehr als ihre Hauptgeschichte. Drei Dinge, die für sich genommen jeweils einen eigenen Bericht wert wären:
- 3D-Scans aus dem Wohnzimmer. Eine neue Aufnahme-App, rundum,
ging in den Store (
rundum.mana.how). Sie nimmt ein Video oder eine Foto-Serie auf und rechnet daraus auf unserer eigenen GPU ein begehbares 3D-Modell — die Technik dahinter heißt Gaussian Splatting. Die Modelle bleiben privat, der Viewer läuft über kurzlebige Zugriffstoken. Bis Sonntag kam Foto-Scan und eine AR-geführte Aufnahme dazu. - Das Profilbild-Studio. Aus einem eigenen Foto wird ein
freigestellter, leicht dreidimensionaler Avatar, den man bewegen
kann — erreichbar über
hub.mana.how/profil. Wer das nutzt, gibt vorher ausdrücklich seine Einwilligung (es geht um ein Foto des eigenen Gesichts, ein besonders geschütztes Datum), und gelöschte Bilder verschwinden wirklich — die Bytes, nicht nur der Datenbank-Eintrag. - Eine Aufräumwoche im Maschinenraum. Elf Apps liefen auf verstreuten Datenbanken — jetzt teilen sie sich eine konsolidierte Postgres-Instanz mit dedizierten Rollen, festen Speichergrenzen und verifiziertem Backup. Dazu wurde die E-Mail-Bestätigung flotten-weit repariert: Der Link traf vorher nicht immer den richtigen Endpunkt, jetzt führt die Bestätigungs-Mail App-bewusst dorthin zurück, wo man hergekommen ist. Abgesichert über drei Test-Schichten, die bei jedem Deploy mitlaufen.
Offene Punkte
- Der AVV braucht eine juristische Prüfung, bevor das Tier-Gate fällt. Bis dahin bleibt das Gründen von Organisationen versperrt.
- Es gibt einen ungelösten Widerspruch beim Standort: Die Mission nennt die Schweiz, das Verarbeitungsverzeichnis listet einen deutschen Standort. Das muss konsistent werden, bevor der AVV unterschrieben wird.
- Der gemeinsame Bezahl-Pool für Organisationen (Org-Pool über Stripe) ist angelegt, aber noch nicht durchverdrahtet.
- Bei rundum ist der Viewer-Pfad auf der GPU bewiesen, die Scan-Qualität von COLMAP für Innenräume ist aber noch offen.
Was kommt
Die nächste App nach Memoro soll Organisations-Mitgliedschaften verstehen, damit das Modell nicht an einer einzigen Stelle hängt. Beim AVV liegt der Ball bei der juristischen Prüfung — danach kann die erste echte Organisation gründen statt nur testen. Und im Maschinenraum geht die Konsolidierung weiter: weniger verstreute Dienste, klarere Grenzen, weniger Fußangeln.
Wer mit der eigenen Organisation mitmachen will: [email protected].
manamemoro