e.V.
Lösungen · Policy · Live · geprüft 2026-05-21

Selbstkostenpreis statt Werbe-Geschäftsmodell

Wir nehmen Geld nur für das, was etwas kostet — Compute, Speicher, Server, Strom, Buchhaltung. Kein Werbe-Hebel, kein Wachstums-Druck, keine Aktionärs-Rendite. Damit fällt der ganze Zweig der Daten- Monetarisierung weg, bevor er bauen würde.

These
Wenn der Verein nicht von Werbe-Erlösen lebt, gibt es keinen ökonomischen Hebel, der irgendwann zu Tracking, Profiling oder Verkauf zwingen würde.
Was wir tun

Werbung ist nicht „ein zusätzlicher Erlös-Strang” neben dem Produkt. Werbung ist das Produkt, sobald sie groß genug wird — mit allen Folgen, die im Problem zur Daten-Monetarisierung stehen. Profil-Tiefe wird zum Preis-Hebel, Nutzungs-Dauer zur KPI, und jede UI-Entscheidung läuft am Ende durch die Frage „erhöht das die Engagement-Metrik?”.

Der einfachste Weg, dieser Logik zu entkommen, ist, sie gar nicht erst zu betreten. Der Verein nimmt Geld nur für tatsächliche Kosten ein: Mitgliedsbeiträge decken Basis-Speicher und Mitwirkungs-Rechte, Mana-Guthaben deckt KI-Inferenz und Dritt- Dienste zum Selbstkosten-Preis. Niemand bezahlt für etwas, das wir nicht selbst auch bezahlen müssen.

Das hat zwei strukturelle Konsequenzen. Erstens: es gibt keinen Werbe-Geld-Hebel, der eines Tages umgelegt werden könnte. Selbst wenn jemand wollte — die Vereinsstruktur erlaubt keinen einzelnen Akteur, der diese Entscheidung gegen den Mitgliederbeschluss treffen könnte. Zweitens: es gibt keinen Investoren-Druck, in Wachstums-Phasen Geld zu verbrennen, das später durch Daten- Monetarisierung zurückgeholt werden müsste. Wir wachsen, soweit sich das aus Beiträgen und Mana speist. Langsamer, ja. Aber in eine Richtung, die wir mit den Werten vereinbaren können.

Die ehrliche Kehrseite: das Modell verlangt, dass Mitglieder zahlen — auch kleine Beträge, aber nicht null. Wer „kostenlos” als Default erwartet, findet uns nicht günstig. Wer verstanden hat, dass kostenlose Software-Plattformen in der Regel die Daten als Währung nehmen, findet uns ehrlich.

Umsetzung

Wie genau das funktioniert

  • Vereins-Rechtsform: keine Aktionäre, kein Kapitalmarkt-Druck, keine Liquiditäts-Verpflichtung gegenüber Investoren.
  • Mana-Guthaben als einzige nutzungsabhängige Bezahlung — deckt Compute und Drittkosten zum Selbstkostenpreis, kein Aufschlag.
  • Mitgliedsbeitrag für Basis-Speicher und Mitwirkungs-Rechte — transparent kalkuliert in der Transparenz-Übersicht.
  • Bücher offen: Mittelverwendung pro Topf öffentlich, Quartals- und Jahres-Transparenzbericht.
  • Kein Werbe-Code, keine Drittpartei-Analytics, keine Conversion- Pixel — in keiner App, auf keiner Landing.
Trade-offs

Was uns das kostet

Jeder Lösung hat einen Preis. Diese hier zahlen wir bewusst — weil das, was wir damit erreichen, mit nachgelagerten Tricks nicht ehrlich zu bauen ist.

  • Kein Werbe-Erlös bedeutet kein „kostenlos-für-alle"-Modell wie bei werbe-finanzierten Konkurrenten. Wer mitmacht, zahlt Mitgliedschaft oder Mana — auch wenn die Beträge klein sind.
  • Wachstum ist langsamer. Wir können keine Subventions-Phase fahren, in der wir uns Reichweite kaufen.
  • Selbstkostenpreis verlangt ehrliche Kostenrechnung. Falsch kalkulierte Mana-Tarife schlagen direkt aufs Vereinskonto durch.
Stand

Offene Punkte

  • Voll-funktionsfähig erst mit Verein-Gründung in der Schweiz — Mitgliedsbeiträge können dann offiziell als gemeinnützige Einnahme verbucht werden.

Lösungen sind die strukturellen Antworten des Vereins. Werte sagen, wonach wir uns ausrichten; Probleme sagen, wogegen; Lösungen sagen, was wir daraus baulich machen.