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Lösungen · Architektur · Live · geprüft 2026-05-21

PWA vor Native — Web-App, wo es geht

Wo der Plattform-Vorteil einer nativen App nicht zwingend gebraucht wird, liefern wir eine progressive Web-App statt. Das spart den App-Store-Tribut, verkürzt die Update-Schleife und hält die Installation in der Hand der Nutzerin.

These
Eine gute PWA ist heute auf Android und Desktop praktisch ununterscheidbar von einer nativen App — ohne Apple/Google als Distributions-Mittler.
Was wir tun

Die Web-Plattform ist über die letzten zehn Jahre soweit gewachsen, dass „Web-App vs. Native-App” für die meisten Anwendungsfälle keine technische Frage mehr ist, sondern eine distributionspolitische. Eine progressive Web-App kann auf Android und Desktop heute praktisch alles, was eine Native-App kann — Hintergrund-Sync, Push-Benachrichtigungen, Offline- Modus, Geräte-Icon, eigene App-Schale. Was sie nicht hat: einen Eintrag im App-Store eines US-Konzerns.

Genau das ist für uns das Verkaufsargument. Eine PWA wird über unsere eigene Domain verteilt, ohne Apples oder Googles Genehmigung, ohne 15- bis 30-Prozent-Tribut, ohne dass der Store-Algorithmus entscheidet, wer uns findet. Updates gehen mit dem nächsten Seiten-Refresh raus, nicht mit dem nächsten Store-Review. Wenn eine Nutzerin die App wieder „deinstallieren” will, schiebt sie das Icon weg — keine Konto-Verwaltung beim Konzern.

Die Grenze, die wir respektieren: iOS. Erstens, weil Apple- Safari einige Web-APIs absichtlich nicht implementiert oder erst mit Verzögerung freigibt, was bestimmte App-Klassen (Sprachaufnahme, HomeKit-Steuerung, Local-Network-Discovery) nicht web-baubar macht. Zweitens, weil die Kultur der Apple- Nutzer:innen den App-Store als selbstverständliche Quelle behandelt — eine PWA wird dort selten installiert, auch wenn sie besser funktionieren würde. Wir bieten dort beides an: PWA für die, die wollen, Native für alle anderen.

Die Mana-Käufe schließlich laufen seit den DMA-und-Epic- Entscheidungen wieder vollständig über die Web-Seite. Apple musste nach jahrelangem Anti-Steering-Druck Linking-Out für externe Bezahl-Webseiten erlauben. Das ist kein eleganter Vorgang, aber er reicht: ein Knopf in der iOS-App öffnet mana-ev.ch/laden, dort findet die Transaktion statt, ohne dass Apple einen Cent von der Provision sieht. Dass wir das überhaupt können müssen, ist eine eigene Geschichte — siehe Problem zum App-Store-Tribut.

Umsetzung

Wie genau das funktioniert

  • `@mana/shared-pwa` als geteiltes PWA-Bauteil: Install-Banner, Manifest-Generator, Service-Worker-Boilerplate. Adoption derzeit in 10/10 Vereins-Apps live.
  • Android: PWA als primärer Reach-Pfad — Browser-Installation, kein Google-Play-Tribut, keine Play-Store-Review.
  • Desktop (Chrome, Edge, Safari): PWA via „Zum Dock hinzufügen", eigene Fenster, eigenes Icon, eigene Daten-Persistenz.
  • iOS: PWA + zusätzlich Native-App im App-Store, weil iOS Safari bestimmte Hardware-Features (Hintergrund-Sync, Push, Voice-Recording) nur Native-Apps gibt.
  • Mana-Käufe und Mitgliedsbeiträge laufen über die Vereins- Webseite, nicht durch In-App-Purchase — seit Apple das nach dem Epic-Urteil zulassen muss.
Trade-offs

Was uns das kostet

Jeder Lösung hat einen Preis. Diese hier zahlen wir bewusst — weil das, was wir damit erreichen, mit nachgelagerten Tricks nicht ehrlich zu bauen ist.

  • Auf iOS gibt es ein Reach-Problem: Apple-Nutzer:innen installieren PWAs in der Praxis selten. Die meisten Vereins- Apps haben deshalb zusätzlich eine Native-App, was die Wartungs-Last verdoppelt.
  • Hardware-nahe Features (Health, HomeKit, lokale Netzwerk- Erkennung) gehen nur nativ. Apps wie Moodlit oder Memoro brauchen Native, weil die Funktion sonst nicht da ist.
  • PWAs werden weiterhin systematisch unterschätzt — auch unter Mitgliedern. „Eigene App im Store" wird als Profession wahrgenommen, PWA als Behelf.
Diagnose

Welche Probleme dieser Lösung adressiert

Diagnose ohne Antwort ist Lamentation; Antwort ohne Diagnose ist Ingenieurs-Spielerei. Hier verbindet sich beides.

Stand

Offene Punkte

  • iOS-PWA-Adoption ist niedrig; wir haben keinen guten Mechanismus, Nutzer:innen aktiv zur Webseiten-Installation statt zum App-Store zu führen.

Lösungen sind die strukturellen Antworten des Vereins. Werte sagen, wonach wir uns ausrichten; Probleme sagen, wogegen; Lösungen sagen, was wir daraus baulich machen.