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Probleme · Governance · geprüft 2026-05-21

App-Store-Tribut — 30 % an den Gatekeeper

Apple und Google halten faktische Monopole auf die zwei dominanten mobilen Plattformen. Wer dort verkauft, zahlt 15–30 % Provision auf jeden Cent — bezogen auf Bruttoumsatz, unabhängig von eigenen Margen, ohne nennenswerten Wettbewerb.

These
Wenn zwei US-Konzerne entscheiden, welche Software auf den Geräten landet, wird der Verteilungs-Kanal selbst zum Engpass — und 30 % Provision sind nur die sichtbare Seite davon.
Beispiele

Wie sich das zeigt

  • Epic vs Apple (USA): Klage seit 2020, mehrfache Anhörungen. Im Mai 2025 stellte Richterin Yvonne Gonzalez Rogers fest, Apple habe ein Gerichtsurteil von 2021 zu Linking missachtet — Anti-Steering-Praktiken werden seitdem nachgebessert, mit Klagsandrohung im Hintergrund.
  • EU DMA (Digital Markets Act): Apple seit 2024 zu Sideloading in der EU verpflichtet, dazu zu alternativen Stores und Browser-Engines. Apple zieht Verzögerungs-Taktik durch und kassierte Februar 2025 eine €500-Mio.-Strafe wegen DMA-Verstößen.
  • Spotify-Klage (EU): Apple wurde 2024 zu €1,84 Mrd. Strafe verurteilt — wegen Behinderung des Wettbewerbs bei Musik-Streaming durch Anti-Steering und 30-%-Provision.
  • Apple Search Ads — die App-Sichtbarkeit selbst ist ein Werbemarkt geworden. Wer keine Search-Ads bucht, taucht in den ASA-Ergebnis-Slots auch bei direkten Namens-Suchen nicht auf.
Diagnose

Die App-Store-Provision ist die sichtbarste Steuer der digitalen Wirtschaft — und sie wird von zwei Unternehmen erhoben, die gleichzeitig die Hardware verkaufen, das Betriebssystem kontrollieren, das Bezahlsystem stellen und den einzigen zulässigen Vertriebskanal definieren. Dass das wettbewerblich fragwürdig ist, haben sowohl die EU-Kommission (DMA-Verfahren, Spotify-Strafe) als auch US-Gerichte (Epic v. Apple) inzwischen festgehalten.

Für einen Verein wie unseren bedeutet die 30-%-Provision konkret: ein Mana-Kauf von 10 Euro im iOS-App-Store landet als 7 Euro im Mitgliedstopf. Drei Euro gehen nach Cupertino, ohne dass das einer Leistung entspricht, die ein anderer Marktteilnehmer nicht günstiger erbringen könnte — wenn er denn dürfte. Bei strikter Selbstkosten-Logik können wir uns das nicht leisten, ohne die Selbstkosten-Botschaft zu verraten.

Hinzu kommt eine zweite Schicht, die weniger besprochen wird: die Sichtbarkeits-Steuer. Apple Search Ads belegt die obersten Suchergebnis-Slots im App-Store mit bezahlter Werbung — auch bei direkten Namens-Suchen. Wer „mana” sucht, sieht zuerst, was Apple gegen Geld eingeblendet hat. Das ist kein klassisches Wettbewerbsproblem, sondern eine Form von Aufmerksamkeits- Monetarisierung, die der Konzern auf seiner eigenen Plattform betreibt.

Unsere Antwort ist nicht „App-Stores boykottieren” — wir wollen auf den Geräten ankommen, auf denen Menschen schon sind. Aber wir verschieben so viel wie möglich aus dem nativen Store hinaus: PWAs als Default, Native-Apps ohne In-App-Käufe (alle Mana-Käufe laufen über die Webseite, was Apple inzwischen erlaubt nachdem das Epic-Urteil und der DMA Druck gemacht haben), Föderation statt proprietärer Bridge-APIs. Wir akzeptieren die Stores als Distributions-Kanal, ohne sie als wirtschaftlichen Mittler hinzunehmen.

Diagnose ohne Antwort ist Lamentation. Was wir baulich tun, steht im Lösungs-Hub.