Lösungen·Architektur·Geplant·geprüft 2026-06-04

Eigener App-Store — Android-Vertrieb in eigener Hand

Wir verteilen unsere Android-Apps über ein selbst gehostetes F-Droid-Repo plus signierte Direkt-APK, statt Reichweite gegen die Regeln und Provisionen eines fremden Stores zu tauschen. Bestehende unabhängige Kanäle ergänzen, die PWA bleibt überall der Default.

These
Auf Android war der Vertrieb nie verschlossen — also betreiben wir ihn selbst, an Google vorbei, ohne Gatekeeper und ohne Gebühr.
Was wir tun

Die PWA-vor-Native-Lösung hält so viel wie möglich aus den App-Stores heraus. Wo wir auf Android trotzdem ein installierbares Paket ausliefern wollen, stellt sich die Anschlussfrage: über Google Play — mit dessen Regeln und Provisionen — oder selbst. Die Recherche zum App-Vertrieb hat sie zugunsten des Eigenbetriebs beantwortet, und diese Lösung hält die Antwort als Struktur fest.

Der Kern ist ein selbst gehostetes F-Droid-Repository. Es verwandelt lose APK-Downloads in einen echten Store: Wer die F-Droid-App hat und unsere Repo-URL einmal hinzufügt, bekommt Liste und automatische Updates — ohne dass ein Konzern dazwischensteht, ohne Provision, in jedem Land. Daneben bieten wir die signierte APK direkt zum Download an und unterstützen Obtainium für alle, die Updates ohne jede zusätzliche App ziehen wollen.

Wir benennen die unbequeme Voraussetzung offen: Voll-native Android-Apps haben wir heute praktisch nicht — unsere Android-Strategie ist bewusst PWA-first. Der erste Store-Inhalt kommt deshalb aus der TWA-Verpackung einer bestehenden PWA, nicht aus einer eigens gebauten nativen App. Diese Lösung ist daher zunächst der souveräne Zweitweg neben der PWA, kein Ersatz für sie — und sie startet als Pilot, nicht als Flotten-Rollout. Erst wenn die Reichweite den Pflegeaufwand trägt, ziehen wir nach. Der Weg dorthin steht im Vorhaben zum eigenen Android-Store.

Umsetzung

Wie genau das funktioniert

  • Selbst gehostetes F-Droid-Repository via `fdroidserver` (FOSS) unter `fdroid.mana.how/fdroid/repo/`: einmal die URL hinzufügen, danach Liste, Installation und automatische Updates wie in einem App-Store — unter unserer Kontrolle.
  • Signierte `.apk` zusätzlich als Direkt-Download auf jeder App-Landing — für alle ohne F-Droid, weltweit und ohne Konto, auch in der Schweiz.
  • Obtainium-Source aus den GitHub-Releases als Null-Infrastruktur-Zweitweg: Updates ohne eigenes Hosting, für wer das bevorzugt.
  • Signing-Key getrennt vom Webserver, über den Secrets-Standard (SOPS/age) verwahrt; reproduzierbare Builds aus dem Quellcode als Vertrauensanker.
  • Inhalte entstehen aus nativen Android-Apps, wo wir sie bauen, und aus TWA-Verpackung (Trusted Web Activity) für PWA-only-Apps — beides signiert und über dasselbe Repo ausgeliefert.
Trade-offs

Was uns das kostet

Jeder Lösung hat einen Preis. Diese hier zahlen wir bewusst — weil das, was wir damit erreichen, mit nachgelagerten Tricks nicht ehrlich zu bauen ist.

  • Heute haben wir praktisch keine native Android-App — der erste Store-Inhalt kommt aus PWA-Verpackung (TWA). Voll-native Apps wären zusätzlicher Bau, kein Nebenprodukt.
  • Eigenbetrieb kostet Hände statt Gebühren: Repo-Pflege, reproduzierbare Builds und Schlüssel-Hygiene über Jahre. Geht der Signing-Key verloren, brechen alle Update-Pfade.
  • „Aus unbekannter Quelle"-Warnungen schrecken ab; ein eigenes Repo gewinnt Vertrauen nur langsam und braucht ehrliche Erklärung statt Sicherheits-Theater.
  • Die Reichweite ist ungewiss: ob Mitglieder den Eigenweg statt Google Play nutzen, ist unbelegt. Bis Zahlen vorliegen, ist es eine Wette auf Souveränität, nicht auf Masse.
Diagnose

Welche Probleme dieser Lösung adressiert

Diagnose ohne Antwort ist Lamentation; Antwort ohne Diagnose ist Ingenieurs-Spielerei. Hier verbindet sich beides.

Stand

Offene Punkte

  • Pilot-App und reproduzierbarer Build stehen aus; die Infrastruktur (`fdroid.mana.how`, Repo-Container, Signing-Key) ist noch nicht provisioniert.
  • Offen: eigenes Repo allein oder zusätzlich ins F-Droid-Hauptrepo (Sichtbarkeit gegen Review-Zeit und ein Stück Kontrollverlust).
  • Das Go/No-Go für den Flotten-Rollout hängt an gemessenen Installations- und Update-Zahlen aus dem Pilot.

Lösungen sind die strukturellen Antworten des Vereins. Werte sagen, wonach wir uns ausrichten; Probleme sagen, wogegen; Lösungen sagen, was wir daraus baulich machen.