Gemma 4 12B auf der eigenen GPU — was es ablösen könnte
Googles neues offenes Modell läuft mit 16 GB RAM lokal und ist multimodal. Auf unserer 24-GB-Workstation ist Platz dafür. Wir prüfen: Welche Modelle es ablöst, was es bringt — und wo Whisper bleiben muss.
Ja — die RTX 3090 trägt Gemma 4 12B mit Reserve. Es ist der direkte Upgrade-Pfad für unseren lokalen Text-LLM (heute Gemma 3 4B) und kann einen Teil der externen LLM-Aufrufe nach Hause holen. Es ersetzt aber weder Whisper für die Transkription noch ein Frontier-Modell für die harten Aufgaben.
Quelle: Faustregel Parameter × Bytes + Kontext; RTX-3090-Budget aus Infrastruktur.
Quelle: Gemma 4 Modellkarte (Google).
Die Ausgangslage
Auf unserer KI-Workstation steckt eine NVIDIA RTX 3090 mit 24 GB
VRAM — gebraucht für unter 1000 Euro, die meiste Zeit im Idle. Heute
arbeiten dort Whisper für Sprache-zu-Text, die TTS-Stimmen (Kokoro für
Englisch, Orpheus für Deutsch, Piper für schnelle Stimmen) und der
Photon-Geocoder. Große Sprachmodelle laufen bewusst extern; lokal fährt
unser Dienst mana-llm als Default das kleine Gemma 3 4B über Ollama.
Am 3. Juni 2026 hat Google Gemma 4 12B veröffentlicht: ein offenes, multimodales Modell, das mit 16 GB RAM auf einem Laptop läuft und sein eigenes 27-Mrd-Vorjahresmodell in Mathe und Coding klar schlägt. Die Frage ist also nicht „können wir das hosten“ — sondern „lohnt es sich, und was löst es ab“.
Passt es auf die Karte?
Ja, mit Reserve. Bei 4-bit-Quantisierung braucht ein 12B-Modell grob 8 GB, bei 8-bit etwa 13 GB — beides passt in die 24 GB und lässt Platz für STT/TTS daneben. Nur die volle fp16-Variante (~24 GB) würde die Karte allein belegen. Der praktische Pfad ist also ein quantisiertes Gewicht, das man entweder dauerhaft resident hält oder bei Bedarf neben den anderen Workloads ein- und auslädt.
Was es ablösen könnte
1. Den lokalen Text-LLM (klares Ja). Gemma 3 4B → Gemma 4 12B ist ein Upgrade innerhalb derselben Familie. Auf der 3090 ist die 12B-Version problemlos lauffähig und deutlich fähiger — das hebt die Qualität aller lokal bedienbaren Aufgaben spürbar an.
2. Einen Teil der externen LLM-Aufrufe (bedingtes Ja). Alltags-Arbeit — Zusammenfassen, Verschlagworten, einfache Chats, der Server-Fallback der Browser-LLMs in Memoro, Pageta und Wordeck — könnte künftig lokal statt über OpenRouter/Claude/Gemini laufen. Das spart Token-Kosten und hält Daten im Haus. Die harten Fälle (Coding-Agenten, langes Reasoning) bleiben extern.
3. Ein separates Bild-/Vision-Modell (Ja, falls je nötig). Gemma 4 ist nativ multimodal; Bild- und Dokument-Verständnis kämen aus demselben Gewicht — relevant für Viadocu-Belege und Memoro-Anhänge.
4. Whisper für Transkription (Nein). Hier ist die wichtigste Grenze: Gemma 4 versteht Audio, ist aber kein verbatimes ASR-Modell mit Wort-Zeitstempeln. Für wörtliche Mitschriften und Untertitel bleibt Whisper das richtige Werkzeug. Gemma kann höchstens zusätzlich Audio zusammenfassen oder einordnen — nicht die Transkriptions-Pipeline ersetzen.
Abwägung in einem Satz
Es lohnt sich als Upgrade des lokalen LLM und als Rückholung von Alltags-Aufrufen — nicht als Ablösung der spezialisierten Whisper-Pipeline und nicht als Ersatz für ein Frontier-Modell. Das passt genau zur Linie der GPU-Box: nicht jedes Modell selbst trainieren, aber jedes Modell selbst hosten, das auf einer Consumer-Karte läuft.
Was das für mana bedeutet
- Direkter Upgrade-Pfad: Unser lokaler LLM-Dienst (mana-llm) fährt heute als Default Gemma 3 4B über Ollama, weil die Mac-Hardware nicht mehr trägt. Auf der 3090 ist 12B problemlos drin — gleiche Modell-Familie, deutlich fähiger.
- Externe Aufrufe nach Hause holen: Alltags-Aufgaben (Zusammenfassen, Verschlagworten, einfache Chats, Browser-LLM-Server-Fallback in Memoro/Pageta/Wordeck) könnten lokal laufen statt über OpenRouter/Claude/Gemini — das spart Token-Kosten und hält Nutzer:innen-Daten auf eigener Hardware.
- Ein Modell, mehrere Modalitäten: Text, Bild und Audio (laut Modellkarte auch Video) aus einem Gewicht. Bild-/Dokument-Verständnis (MMMU Pro 69,1 %) ist für Viadocu-Belege und Memoro-Anhänge interessant, ohne ein zweites Vision-Modell zu betreiben.
- Souveränität zum Nulltarif an Fixkosten: Die 3090 (gebraucht <1000 €) idlet ohnehin die meiste Zeit. Was lokal läuft, kostet keine API-Gebühr und verlässt das Haus nicht — genau der Eigenbetrieb-Gedanke.
- Apache 2.0 statt hauseigener Gemma-Terms: frei nutz-, anpass- und kommerziell einsetzbar, ohne Sondervertrag — passt zur Offenheits-Maxime.
Offene Punkte
- Kein Whisper-Ersatz für Transkription: Gemma 4 versteht Audio, ist aber kein verbatimes ASR-Modell mit Wort-Zeitstempeln. Memoros Transkriptions-Pipeline (faster-whisper/Voxtral) bleibt — Gemma taugt eher für Audio-Verständnis/Zusammenfassung als für wörtliche Mitschriften.
- VRAM-Konkurrenz: Auf der 3090 teilen sich heute Whisper-STT, TTS (Kokoro/Orpheus/Piper) und der Photon-Geocoder die Karte. Ein dauerhaft geladenes 12B (~10–13 GB bei 8-bit) verengt das Budget; der vorhandene VRAM-Manager muss die Modelle dann härter ein-/ausladen — das kostet Erstanfrage-Latenz.
- Kein Frontier-Ersatz: Für Coding-Agenten, lange Reasoning-Ketten und harte Aufgaben bleibt der externe LLM-Anbieter die bewusste Ausnahme. Die Infrastruktur-Notiz „für große Sprachmodelle reicht die Karte nicht" gilt weiter — 12B verschiebt nur die Grenze, hebt sie nicht auf.
- Durchsatz + Kontext: Eine einzelne 3090 begrenzt Parallelität; das volle 256K-Kontextfenster ist als KV-Cache speicherhungrig und in der Praxis nur in Teilen nutzbar.
- Reife zum Launch (am eigenen Stack geprüft): Wir haben es am Launch-Tag auf unserer RTX 3090 versucht — es lief NICHT. Ollama bietet das 12B vorerst nur als macOS/Apple-Builds an; das CUDA-GGUF crasht den Runtime (llama.cpp kann die neue 12B-Unified-Arch noch nicht ausführen: „Integer division by zero"). Auf Apple-Silicon/16-GB-Laptop läuft es, auf einer NVIDIA-Karte erst, sobald ollama/llama.cpp nachzieht — Tage nach Launch. Bis dahin fährt unser lokaler Fallback auf gemma3:12b.
- Herkunft bleibt: „open weights" ist nicht „open source" — die Gewichte sind offen, Trainingsdaten und -code nicht, und Google ist ein US-Konzern. Self-Hosting löst die Betriebs-Abhängigkeit, nicht die Modell-Herkunft.
Quellen Dritter
Was wir hier berichten, berichten andere zuerst und mit eigenem Namen daneben. Datum dort, wo es belegbar ist.
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Recherchen sind das Langform-Format. Die kurze, datierte Version solcher Entwicklungen sammelt die Souveränitäts-Chronik; die Grund-Annahmen, auf denen mana steht, stehen unter den Thesen.